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Einkommen und Steuern

Firmenwagen: Was er dich wirklich kostet und wann sich ein E-Auto als Dienstwagen lohnt

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit

Ein Firmenwagen, den du auch privat nutzen darfst, ist ein beliebtes Extra. Ganz kostenlos ist er aber nicht: Die private Nutzung musst du als geldwerten Vorteil versteuern. Wie viel das kostet, hängt vor allem vom Listenpreis und vom Antrieb ab. Ein E-Auto ist dabei mit Abstand am günstigsten.

Inhalt
  1. Was der geldwerte Vorteil ist
  2. Die 1-%-Regel
  3. Verbrenner, Hybrid oder E-Auto
  4. Fahrtenbuch statt 1-%-Regel
  5. Firmenwagen oder mehr Gehalt
  6. Zuzahlungen und Ladestrom
  7. Häufige Fragen

Was der geldwerte Vorteil ist

Darfst du den Firmenwagen privat nutzen, ist das ein Teil deines Gehalts, nur eben als Sachleistung. Diesen Vorteil musst du versteuern, und es fallen Sozialabgaben an. Der Betrag wird zu deinem Bruttogehalt hinzugerechnet, ohne dass du mehr Geld ausgezahlt bekommst.

Dafür übernimmt der Arbeitgeber in der Regel alle Kosten: Anschaffung oder Leasing, Versicherung, Steuer, Wartung, Reifen und oft auch Sprit oder Strom.

Die 1-%-Regel

Jeden Monat werden 1 % des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil angesetzt. Maßgeblich ist der Listenpreis bei der Erstzulassung einschließlich Sonderausstattung und Mehrwertsteuer, nicht der tatsächlich gezahlte Preis. Rabatte helfen also nicht.

Für den Weg zur Arbeit kommen 0,03 % des Listenpreises je Kilometer der einfachen Entfernung dazu. Fährst du an weniger als 15 Tagen im Monat ins Büro, kannst du stattdessen 0,002 % je Kilometer und Fahrtag ansetzen. Das lohnt sich bei viel Homeoffice.

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Verbrenner, Hybrid oder E-Auto

Ein Beispiel mit 50.000 € Listenpreis, 20 km Arbeitsweg und 6.000 € Bruttogehalt in Steuerklasse 1:

AntriebAnteilGeldwerter VorteilNetto-Kosten im Monat
Verbrenner1 %800 €rund 360 €
Plug-in-Hybrid0,5 %400 €rund 177 €
Elektroauto0,25 %200 €rund 88 €

Mit dem E-Auto sparst du gegenüber dem Verbrenner über 3.000 € im Jahr. Das Viertel gilt für reine E-Autos bis 100.000 € Listenpreis, wenn sie nach dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden. Bei älteren Anschaffungen lag die Grenze bei 70.000 €. Darüber gilt die Hälfte.

Für Plug-in-Hybride gilt die Hälfte nur, wenn sie bestimmte Werte erfüllen, etwa eine elektrische Reichweite von mindestens 80 km oder höchstens 50 g CO₂ pro Kilometer.

Fahrtenbuch statt 1-%-Regel

Mit einem Fahrtenbuch versteuerst du nur den Anteil der tatsächlichen Kosten, der auf private Fahrten entfällt. Das lohnt sich, wenn du wenig privat fährst oder der Wagen schon älter und abgeschrieben ist, der Listenpreis aber hoch war.

Die Anforderungen sind streng. Jede Fahrt muss zeitnah mit Datum, Ziel, Zweck und Kilometerstand eingetragen werden. Nachträgliche Änderungen müssen erkennbar sein. Ein elektronisches Fahrtenbuch muss diese Anforderungen technisch erfüllen. Ist das Fahrtenbuch fehlerhaft, verwirft das Finanzamt es und wendet die 1-%-Regel an.

Firmenwagen oder mehr Gehalt

Ob sich ein Firmenwagen lohnt, hängt davon ab, wie viel ein vergleichbares eigenes Auto kosten würde. Ein eigenes Auto für 50.000 € kostet mit Wertverlust, Versicherung, Wartung und Sprit leicht 600 bis 900 € im Monat. Wer ohnehin ein Auto braucht, fährt mit einem Firmenwagen meist günstiger, besonders mit einem E-Auto.

Beachte aber: Der geldwerte Vorteil erhöht dein Bruttogehalt in der Abrechnung. Das erhöht auch die Bemessung von Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Krankengeld. Verzichtest du für den Wagen auf Gehalt, rechne genau nach, ob sich der Tausch für dich lohnt.

Zuzahlungen und Ladestrom

  • Zahlst du an den Arbeitgeber eine monatliche Nutzungspauschale, mindert sie den geldwerten Vorteil.
  • Eine einmalige Zuzahlung zur Anschaffung kannst du ebenfalls abziehen, verteilt auf die Nutzungsdauer.
  • Lädst du das E-Auto beim Arbeitgeber, ist der Strom steuerfrei.
  • Lädst du zu Hause, kann der Arbeitgeber dir den Strom steuerfrei erstatten, pauschal oder nach Nachweis.

Häufige Fragen

Was kostet mich ein Firmenwagen? +

Bei einem Verbrenner für 50.000 € Listenpreis und 20 km Arbeitsweg werden 800 € im Monat versteuert. Bei 6.000 € brutto kostet dich das rund 360 € netto im Monat.

Wie wird ein E-Auto als Firmenwagen versteuert? +

Mit 0,25 % des Listenpreises pro Monat statt 1 %, bei Anschaffung nach dem 30. Juni 2025 bis 100.000 € Listenpreis. Das ist ein Viertel der Kosten eines Verbrenners.

Wann lohnt sich ein Fahrtenbuch? +

Wenn du den Wagen wenig privat nutzt oder sein Listenpreis hoch ist. Das Fahrtenbuch muss aber lückenlos und zeitnah geführt werden.

Zählt der Firmenwagen für Elterngeld und Krankengeld? +

Der geldwerte Vorteil gehört zum laufenden Arbeitslohn und erhöht damit in der Regel das Bemessungsentgelt für Lohnersatzleistungen.

Kann ich die Pendlerpauschale trotz Firmenwagen absetzen? +

Ja. Auch mit Firmenwagen kannst du die Entfernungspauschale in der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Einkommensteuergesetz (EStG), § 6 Abs. 1 Nr. 4, § 8 Abs. 2, § 3 Nr. 46, BMF-Schreiben zur Überlassung von Dienstwagen.

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