Auf dem Arbeitsvertrag steht das Bruttogehalt, auf dem Konto landet deutlich weniger. Je nach Einkommen und Lebenslage gehen ein Drittel oder mehr für Steuern und Sozialversicherung ab. Hier siehst du, welcher Posten wie viel ausmacht und an welchen Stellen du selbst etwas ändern kannst.
Inhalt
Was von deinem Brutto abgeht
Von deinem Bruttogehalt zieht dein Arbeitgeber zwei Arten von Abgaben ab und überweist sie direkt: Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Bei den Sozialabgaben zahlt er selbst noch einmal etwa denselben Betrag dazu.
| Abgabe | Dein Anteil 2026 |
|---|---|
| Rentenversicherung | 9,3 % |
| Arbeitslosenversicherung | 1,3 % |
| Krankenversicherung | 7,3 % plus die Hälfte des Zusatzbeitrags, im Schnitt 1,45 % |
| Pflegeversicherung | 1,8 %, kinderlos ab 23 Jahren 2,4 % |
| Lohnsteuer | nach Einkommen und Steuerklasse |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % der Lohnsteuer, nur bei hohen Einkommen |
| Kirchensteuer | 8 % der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg, sonst 9 % |
Ab dem zweiten Kind unter 25 Jahren sinkt der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,25 Prozentpunkte je Kind, bis zum fünften Kind. In Sachsen zahlen Angestellte einen etwas höheren Anteil zur Pflegeversicherung.
So viel bleibt netto
Beispiele für Steuerklasse 1, 35 Jahre, kinderlos, ohne Kirchensteuer, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag:
| Brutto im Monat | Steuern | Sozialabgaben | Netto |
|---|---|---|---|
| 3.000 € | rund 283 € | rund 653 € | rund 2.065 € |
| 4.000 € | rund 509 € | rund 870 € | rund 2.621 € |
| 5.000 € | rund 760 € | rund 1.088 € | rund 3.152 € |
| 7.000 € | rund 1.393 € | rund 1.390 € | rund 4.217 € |
Bei 7.000 € steigen die Sozialabgaben nicht mehr im gleichen Maß, weil die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von 5.812,50 € im Monat erreicht ist. Darüber zählt jeder Euro nur noch für Renten- und Arbeitslosenversicherung, bis 8.450 € im Monat.
Selbst ausrechnenBrutto-Netto-Rechner ÖffnenWie die Lohnsteuer berechnet wird
Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf deine Einkommensteuer. Der Arbeitgeber rechnet aus deinem Jahresgehalt das zu versteuernde Einkommen hoch und zieht pauschal Werbungskosten, Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen ab. Die ersten 12.348 € im Jahr bleiben 2026 steuerfrei. Danach steigt der Steuersatz von 14 % bis auf 42 %, für sehr hohe Einkommen auf 45 %.
Der Satz gilt immer nur für den Euro, der in die jeweilige Stufe fällt. Deshalb führt eine Gehaltserhöhung nie dazu, dass du insgesamt weniger netto hast. Aber jeder zusätzliche Euro wird höher belastet als der Durchschnitt.
Warum von einer Gehaltserhöhung wenig ankommt
Bekommst du bei 4.000 € brutto eine Erhöhung von 300 €, bleiben dir davon rund 162 € netto im Monat, also 54 %. Der Rest geht an Lohnsteuer und Sozialversicherung. Wer schon über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, behält von einer Erhöhung etwas mehr, weil keine Krankenkassenbeiträge mehr dazukommen.
Manchmal lohnt es sich deshalb, statt mehr Gehalt steuerfreie Extras zu verhandeln. Dazu gehören ein Zuschuss zur Betriebsrente, ein Jobrad, das Deutschlandticket, Sachbezüge bis 50 € im Monat oder ein Zuschuss zur Kinderbetreuung.
Was dein Netto beeinflusst
- Steuerklasse: Verheiratete können mit der Kombination 3 und 5 oder dem Faktorverfahren die Verteilung der Lohnsteuer ändern.
- Freibeträge: Hohe Fahrtkosten oder andere Werbungskosten kannst du dir beim Finanzamt als Freibetrag eintragen lassen. Dann steigt dein Netto schon jeden Monat.
- Kinder: Für Kinder gibt es Kindergeld oder den Kinderfreibetrag. Bei der Lohnsteuer wirkt der Kinderfreibetrag nur auf Soli und Kirchensteuer.
- Krankenkasse: Der Zusatzbeitrag unterscheidet sich je nach Kasse um mehr als einen Prozentpunkt.
- Kirchenaustritt: Spart die Kirchensteuer, ist aber eine persönliche Entscheidung.
Mehr netto über die Steuererklärung
Die Lohnsteuer berücksichtigt nur Pauschalen. Was du darüber hinaus an Ausgaben hast, bekommst du über die Steuererklärung zurück: Fahrten zur Arbeit mit 38 Cent je Kilometer, Arbeitsmittel, Homeoffice-Pauschale, Fortbildungen, Spenden, Handwerkerkosten. Im Schnitt erstattet das Finanzamt laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr mehrere hundert Euro.
Häufige Fragen
Wie viel netto bleibt von 4.000 € brutto? +
In Steuerklasse 1, kinderlos und ohne Kirchensteuer rund 2.620 € im Monat. In Steuerklasse 3 sind es rund 2.940 €.
Warum zahlt mein Arbeitgeber auch Sozialabgaben? +
Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung teilen sich Arbeitgeber und Angestellte etwa zur Hälfte. Der Anteil des Arbeitgebers taucht nicht auf deiner Abrechnung auf, ist aber Teil deiner Personalkosten.
Ab wann zahle ich Solidaritätszuschlag? +
Erst wenn deine Einkommensteuer im Jahr über 20.350 € liegt, bei Verheirateten über 40.700 €. Für die meisten Angestellten fällt er daher nicht an.
Warum ist mein Netto anders als im Rechner? +
Der Rechner nutzt eine vereinfachte Lohnsteuerberechnung. Eingetragene Freibeträge, Sachbezüge, Einmalzahlungen oder eine private Krankenversicherung verändern das Ergebnis.
Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer? +
Die Lohnsteuer ist die monatliche Vorauszahlung, die dein Arbeitgeber abführt. Die Einkommensteuer ist die Steuer, die du für das ganze Jahr tatsächlich schuldest. Die Differenz gleicht die Steuererklärung aus.
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Kostenloses Gespräch buchenDieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Einkommensteuergesetz (EStG), §§ 32a, 38 ff., Solidaritätszuschlaggesetz (SolZG), § 3, Sozialgesetzbuch, Rechengrößen der Sozialversicherung 2026.