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Familie

Elterngeld 2026: Höhe, Basiselterngeld, ElterngeldPlus und die besten Kombinationen

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 5 Minuten Lesezeit

Ein Kind verändert vieles, auch die Finanzen. Das Elterngeld fängt einen Teil des Einkommens auf, wenn du nach der Geburt weniger oder gar nicht arbeitest. Wie viel du bekommst, hängt vor allem von deinem Einkommen vor der Geburt ab. Wer früh plant, kann mehrere tausend Euro mehr herausholen.

Inhalt
  1. Wer Elterngeld bekommt
  2. Wie hoch das Elterngeld ist
  3. Basiselterngeld oder ElterngeldPlus
  4. Die Monate klug aufteilen
  5. Vor der Geburt planen
  6. Steuern und Antrag
  7. Häufige Fragen

Wer Elterngeld bekommt

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, die ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen, mit ihm in einem Haushalt leben und höchstens 32 Stunden pro Woche arbeiten. Das gilt für Angestellte, Beamte, Selbstständige und auch für Eltern ohne Einkommen. Wer vor der Geburt nichts verdient hat, bekommt den Mindestbetrag von 300 €.

Kein Elterngeld gibt es für Eltern, deren gemeinsames zu versteuerndes Einkommen im Jahr vor der Geburt über 175.000 € lag. Für Alleinerziehende gilt dieselbe Grenze. Das zu versteuernde Einkommen liegt meist deutlich unter dem Bruttogehalt.

Wie hoch das Elterngeld ist

Grundlage ist dein durchschnittliches Netto in den 12 Kalendermonaten vor der Geburt. Monate mit Mutterschaftsgeld werden übersprungen. Die Elterngeldstelle rechnet dabei mit einem pauschalierten Netto, das etwas vom Netto auf deiner Abrechnung abweichen kann.

Netto vor der GeburtErsatzrateBasiselterngeld im Monat
800 €77 %rund 616 €
1.200 €67 %rund 804 €
2.000 €65 %rund 1.300 €
2.500 €65 %rund 1.625 €
ab rund 2.770 €65 %1.800 €

Bei einem Netto unter 1.000 € steigt die Ersatzrate schrittweise bis auf 100 %. Wer ein weiteres kleines Kind hat, bekommt einen Geschwisterbonus von 10 %, mindestens 75 €. Bei Zwillingen und Mehrlingen gibt es je weiteres Kind 300 € dazu.

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Basiselterngeld oder ElterngeldPlus

Basiselterngeld gibt es für bis zu 12 Monate, plus 2 Partnermonate, wenn beide Eltern Elterngeld nehmen. ElterngeldPlus ist halb so hoch, läuft aber doppelt so lange. Aus einem Basismonat werden zwei Plus-Monate.

Richtig interessant wird ElterngeldPlus, wenn du in Teilzeit arbeitest. Ein Beispiel: Du hattest vor der Geburt 2.500 € netto und arbeitest danach in Teilzeit für 1.200 € netto. Basiselterngeld gäbe es dann nur noch rund 845 € im Monat. ElterngeldPlus liegt bei rund 813 €, läuft aber doppelt so lange. Zusammen mit dem Teilzeitgehalt bekommst du über die gesamte Zeit fast das Doppelte an Elterngeld.

Die Monate klug aufteilen

  • Beide Eltern können die Monate frei untereinander aufteilen. Jeder muss mindestens 2 Monate nehmen, höchstens 12 Basismonate.
  • Gleichzeitig Basiselterngeld beziehen dürfen Eltern nur einen Monat lang, und zwar innerhalb der ersten 12 Lebensmonate. Ausnahmen gibt es etwa bei Frühgeburten und Mehrlingen.
  • Mit dem Partnerschaftsbonus gibt es 2 bis 4 zusätzliche Monate ElterngeldPlus für jeden, wenn beide gleichzeitig 24 bis 32 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Das Mutterschaftsgeld in den ersten 8 Wochen nach der Geburt wird auf das Elterngeld der Mutter angerechnet. Diese Monate gelten als verbraucht.

Vor der Geburt planen

Bei verheirateten Paaren lohnt sich ein Blick auf die Steuerklasse. Wechselt der Elternteil, der länger Elterngeld nimmt, rechtzeitig in Steuerklasse 3, steigt sein Netto und damit das Elterngeld. Die neue Steuerklasse muss dafür in mindestens 7 der 12 Monate vor der Geburt gegolten haben. Wer erst im Mutterschutz wechselt, ist zu spät.

Auch Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zählen nicht zum Elterngeld-Netto. Eine Gehaltserhöhung im Jahr vor der Geburt dagegen schon.

Steuern und Antrag

Elterngeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das Finanzamt rechnet es zum Einkommen hinzu, um deinen Steuersatz zu bestimmen. Das kann zu einer Nachzahlung führen. Wer mehr als 410 € Elterngeld im Jahr bekommen hat, muss eine Steuererklärung abgeben. Lege dir am besten jeden Monat einen kleinen Betrag zurück.

Den Antrag stellst du bei der Elterngeldstelle deines Landes, in vielen Ländern online über ElterngeldDigital. Rückwirkend gezahlt wird nur für die letzten 3 Monate vor dem Antrag. Stelle ihn deshalb bald nach der Geburt, sobald die Geburtsurkunde da ist.

Häufige Fragen

Wie viel Elterngeld bekomme ich? +

Meist 65 bis 67 % deines Nettos aus den 12 Monaten vor der Geburt, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Monat. Bei 2.500 € netto sind es rund 1.625 €.

Wie lange gibt es Elterngeld? +

Basiselterngeld bis zu 14 Monate für beide Eltern zusammen, ElterngeldPlus bis zu 28 Monate. Mit dem Partnerschaftsbonus kommen bis zu 4 Monate dazu.

Muss ich Elterngeld versteuern? +

Nein, aber es erhöht den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Ab 410 € Elterngeld im Jahr musst du eine Steuererklärung abgeben.

Darf ich während des Elterngelds arbeiten? +

Ja, bis zu 32 Stunden pro Woche. Dein Einkommen in dieser Zeit verringert das Elterngeld. Mit ElterngeldPlus verlierst du dabei weniger.

Bekommen Selbstständige Elterngeld? +

Ja. Grundlage ist dann der Gewinn aus dem letzten abgeschlossenen Steuerjahr vor der Geburt.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), §§ 1 bis 4c, Einkommensteuergesetz (EStG), § 32b und § 46.

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