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Geldanlage

Notgroschen: Wie viel Rücklage du brauchst und wo du sie am besten parkst

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit

Die Waschmaschine gibt auf, das Auto muss in die Werkstatt, oder der Job fällt plötzlich weg. Wer dann keine Rücklage hat, greift zum Dispo oder verkauft Aktien zum falschen Zeitpunkt. Ein Notgroschen ist das Fundament jeder Finanzplanung. Erst wenn er steht, lohnt sich langfristiges Anlegen.

Inhalt
  1. Wofür der Notgroschen da ist
  2. Wie viel du brauchst
  3. Wo der Notgroschen hingehört
  4. So baust du den Notgroschen auf
  5. Wenn du ihn gebraucht hast
  6. Häufige Fragen

Wofür der Notgroschen da ist

Der Notgroschen ist für Ausgaben, die du nicht planen kannst: eine kaputte Heizung in der Mietwohnung, die du vorstrecken musst, eine teure Zahnbehandlung, eine Autoreparatur, eine Lücke bei Krankheit oder Jobverlust. Er soll verhindern, dass du dich verschuldest oder an dein langfristiges Vermögen musst.

Nicht in den Notgroschen gehören planbare Ausgaben. Für Urlaub, ein neues Auto oder Möbel legst du besser getrennte Sparziele an. Sonst ist das Geld weg, wenn der echte Notfall kommt.

Wie viel du brauchst

Richtschnur sind deine festen Ausgaben im Monat, also Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Kredite, Lebensmittel und Mobilität. Wie viele Monate du zurücklegen solltest, hängt von deiner Lage ab:

LageEmpfehlung
Beamte2 Monatsausgaben
Angestellte3 Monatsausgaben
Selbstständige und Freiberufler6 Monatsausgaben
je Kind im Haushaltein halber Monat mehr und 500 € Puffer
Familie mit nur einem Einkommen1 Monat mehr
zwei Einkommen im Haushaltein halber Monat weniger
Auto2.000 € Puffer für Reparaturen
eigene Immobilie5.000 € Puffer für Reparaturen

Ein Beispiel mit 2.000 € festen Ausgaben: Als Angestellter allein ohne Auto brauchst du rund 6.000 €. Ein Paar mit zwei Einkommen, zwei Kindern und eigener Wohnung braucht rund 13.000 €. Als Selbstständiger allein sind es rund 12.000 €.

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Wo der Notgroschen hingehört

Der Notgroschen muss jederzeit verfügbar sein und darf nicht schwanken. Deshalb gehört er auf ein Tagesgeldkonto. Dort kommst du täglich an dein Geld und bekommst trotzdem Zinsen. Achte darauf, dass das Konto nicht nur einen kurzen Lockzins bietet.

Einlagen bei Banken in der EU sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank und Person geschützt. Für einen Notgroschen reicht das in aller Regel.

  • Girokonto: verfügbar, aber meist ohne Zinsen. Gut für einen kleinen Puffer von etwa einem Monat.
  • Tagesgeld: die beste Wahl für den Notgroschen.
  • Festgeld: höhere Zinsen, aber bis zum Ende der Laufzeit gebunden. Nur für den Teil, den du sicher nicht kurzfristig brauchst.
  • Aktien und ETFs: ungeeignet, weil die Kurse gerade in Krisen fallen können, wenn du das Geld brauchst.

So baust du den Notgroschen auf

Richte einen Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang ein, dann sparst du automatisch. Mit 200 € im Monat hast du einen Notgroschen von 6.000 € in 30 Monaten aufgebaut, mit 400 € in 15 Monaten. Auch Rückzahlungen vom Finanzamt, Bonuszahlungen oder Weihnachtsgeld beschleunigen den Aufbau.

Parallel schon mit einem kleinen ETF-Sparplan zu beginnen, ist in Ordnung. Wichtig ist, dass der Notgroschen Vorrang hat, bis er steht.

Wenn du ihn gebraucht hast

Nach einem Notfall gilt: zuerst den Notgroschen wieder auffüllen, dann weiter anlegen. Erhöhe dafür vorübergehend deinen Dauerauftrag. Prüfe außerdem einmal im Jahr, ob die Höhe noch passt. Mit einer Gehaltserhöhung, einem Kind oder einer neuen Wohnung ändern sich auch deine festen Ausgaben.

Sehr großzügige Rücklagen sind dagegen auch nicht ideal. Was deutlich über den Notgroschen hinausgeht und nicht für ein bestimmtes Ziel gedacht ist, verliert auf dem Konto durch die Inflation an Wert und sollte langfristig angelegt werden.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte ein Notgroschen sein? +

Drei Monatsausgaben für Angestellte, zwei für Beamte und sechs für Selbstständige. Je Kind kommt etwa ein halber Monat dazu, für Auto und Immobilie ein fester Puffer für Reparaturen.

Wo lege ich den Notgroschen an? +

Auf einem Tagesgeldkonto. Dort ist das Geld täglich verfügbar, schwankt nicht und bringt Zinsen.

Gehört der Notgroschen ins Depot? +

Nein. Aktien und ETFs können gerade dann im Minus sein, wenn du das Geld brauchst. Der Notgroschen muss sicher und verfügbar sein.

Muss ich auf die Zinsen Steuern zahlen? +

Zinsen bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr bleiben steuerfrei, bei Verheirateten 2.000 €. Erteile dafür einen Freistellungsauftrag.

Soll ich erst den Notgroschen aufbauen oder erst investieren? +

Erst den Notgroschen. Ein kleiner Sparplan nebenher ist in Ordnung, aber die Rücklage hat Vorrang.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), § 8, Einkommensteuergesetz (EStG), § 20 Abs. 9.

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