Tagesgeld und Festgeld sind die einfachsten Formen, Geld mit Zinsen sicher zu parken. Sie eignen sich für den Notgroschen, für geplante Ausgaben in den nächsten Jahren und als ruhiger Teil des Vermögens. Für den langfristigen Vermögensaufbau reichen sie allein meist nicht. Hier erfährst du, wann welches Konto passt.
Inhalt
Tagesgeld und Festgeld im Vergleich
| Tagesgeld | Festgeld | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich | erst am Ende der Laufzeit |
| Zins | variabel, kann sich jederzeit ändern | fest für die ganze Laufzeit |
| Laufzeit | unbegrenzt | meist 3 Monate bis 10 Jahre |
| Geeignet für | Notgroschen, kurzfristige Rücklagen | Geld, das du sicher nicht vorher brauchst |
Beide Konten sind kostenlos und schwanken nicht im Wert. Dein Guthaben kann nur durch die Inflation an Kaufkraft verlieren.
Was nach Steuern bleibt
Zinsen sind Kapitalerträge. Über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an. Ein paar Beispiele für ein Jahr ohne Kirchensteuer:
| Guthaben | Zins | Zinsen vor Steuern | Steuern | Zinsen nach Steuern |
|---|---|---|---|---|
| 10.000 € | 2,0 % | 200 € | 0 € | 200 € |
| 50.000 € | 2,5 % | 1.250 € | rund 66 € | rund 1.184 € |
| 100.000 € | 2,5 % | 2.500 € | rund 396 € | rund 2.104 € |
Damit der Sparerpauschbetrag wirkt, brauchst du bei der Bank einen Freistellungsauftrag. Verteilst du dein Geld auf mehrere Banken, teilst du den Betrag auf.
Selbst ausrechnenTages- und Festgeld-Rechner ÖffnenWie sicher dein Geld ist
In allen Ländern der EU sind Einlagen bis 100.000 € je Kunde und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Bei einem gemeinsamen Konto von zwei Personen sind es 200.000 €. Für kurze Zeit gilt ein höherer Schutz, etwa nach einem Hausverkauf.
Viele deutsche Banken sind darüber hinaus über freiwillige Sicherungssysteme abgesichert. Bei Banken aus anderen EU-Ländern hängt die Entschädigung im Ernstfall vom Sicherungssystem dieses Landes ab. Prüfe vorher, welches Land zuständig ist.
Tagesgeld und Inflation
Ein Zins von 2 % klingt gut, solange du die Inflation nicht mitrechnest. Liegt sie ebenfalls bei 2 %, bleibt deine Kaufkraft gerade erhalten. Ein Beispiel: 20.000 € zu 1,5 % über 5 Jahre ergeben rund 21.500 €. Bei 2 % Inflation entspricht das in heutiger Kaufkraft nur rund 19.500 €.
Tagesgeld schützt also vor Kursschwankungen, aber nicht zuverlässig vor Inflation. Für Geld, das du in 10 Jahren oder später brauchst, kommen breit gestreute Aktien-ETFs in Frage, die in der Vergangenheit langfristig deutlich mehr gebracht haben.
Typische Fehler
- Wegen eines hohen Lockzinses wechseln, der nach wenigen Monaten wieder sinkt
- Den Notgroschen auf Festgeld legen und im Notfall nicht herankommen
- Mehr als 100.000 € bei einer einzigen Bank lassen
- Keinen Freistellungsauftrag erteilen und unnötig Steuern zahlen
- Über Jahre viel Geld auf dem Girokonto ohne Zinsen liegen lassen
So teilst du dein Geld sinnvoll auf
- Girokonto: ein Monatsgehalt für die laufenden Ausgaben
- Tagesgeld: drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen, dazu Geld für Anschaffungen in den nächsten ein bis zwei Jahren
- Festgeld: Geld für feste Ziele in zwei bis fünf Jahren, zum Beispiel Eigenkapital für den Hauskauf
- Langfristige Anlage: Geld, das du mindestens 10 Jahre nicht brauchst
Bei Festgeld kannst du die Laufzeiten staffeln, zum Beispiel ein Teil auf ein Jahr, ein Teil auf zwei und ein Teil auf drei Jahre. So wird regelmäßig Geld frei, und du kannst neu entscheiden.
Häufige Fragen
Ist Tagesgeld sicher? +
Ja. Bis 100.000 € je Kunde und Bank greift in der EU die gesetzliche Einlagensicherung. Der Wert deines Guthabens schwankt nicht, nur die Kaufkraft kann durch Inflation sinken.
Muss ich Zinsen versteuern? +
Ja, als Kapitalerträge. Bis 1.000 € im Jahr, bei Verheirateten 2.000 €, bleiben sie steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilst. Darüber zieht die Bank 25 % Abgeltungsteuer plus Soli ab.
Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen? +
In der Regel nicht. Einige Banken erlauben es in Ausnahmefällen gegen einen Zinsverlust. Lege deshalb nur Geld fest an, das du sicher nicht vorher brauchst.
Wie viel Geld sollte auf dem Tagesgeld liegen? +
Mindestens dein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben, dazu Geld für Anschaffungen in den nächsten ein bis zwei Jahren. Mehr Geld lohnt sich auf dem Tagesgeld meist nicht.
Was passiert mit meinem Festgeld, wenn die Zinsen steigen? +
Dein Zins bleibt bis zum Ende der Laufzeit gleich. Bei steigenden Zinsen entgeht dir der höhere Zins, bei fallenden Zinsen profitierst du. Kürzere Laufzeiten halten dich flexibler.
Dein Geld sinnvoll aufteilen
Wir schauen mit dir, wie viel du kurzfristig brauchst, was sicher geparkt sein sollte und was langfristig arbeiten kann.
Kostenloses Gespräch buchenDieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), §§ 7, 8, Einkommensteuergesetz (EStG), § 20 und § 44a.