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Rürup-Rente: Für wen sich die Basisrente lohnt und für wen nicht

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit

Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente, ist vor allem für Selbstständige gedacht, die nicht in die gesetzliche Rente einzahlen. Sie bietet einen großen Steuervorteil, ist aber auch sehr unflexibel. Ob sie zu dir passt, hängt von deinem Steuersatz heute und im Alter ab und davon, wie wichtig dir der Zugriff auf dein Geld ist.

Inhalt
  1. Wie die Rürup-Rente funktioniert
  2. Wie viel Steuern du sparst
  3. Der Höchstbetrag und die gesetzliche Rente
  4. Die Kehrseite: Steuern im Alter
  5. Die Nachteile
  6. Für wen sich die Rürup-Rente lohnt
  7. Häufige Fragen

Wie die Rürup-Rente funktioniert

Die Basisrente gehört wie die gesetzliche Rente zur ersten Schicht der Altersvorsorge. Du zahlst Beiträge in einen Vertrag bei einem Versicherer oder Fondsanbieter. Ab frühestens 62 bekommst du eine lebenslange Rente. Eine Auszahlung des Kapitals auf einmal ist nicht möglich.

Im Gegenzug kannst du die Beiträge fast vollständig von der Steuer absetzen. Seit 2023 sind sie bis zum Höchstbetrag zu 100 % absetzbar.

Wie viel Steuern du sparst

Wie viel du sparst, hängt von deinem Grenzsteuersatz ab. Beispiele für Alleinstehende ohne gesetzliche Rentenversicherung:

Zu versteuerndes EinkommenBeitrag im JahrSteuerersparnisNetto-Aufwand
40.000 €3.000 €rund 930 €rund 2.070 €
50.000 €5.000 €rund 1.710 €rund 3.290 €
70.000 €6.000 €rund 2.460 €rund 3.540 €
100.000 €20.000 €rund 9.400 €rund 10.600 €

Bei 100.000 € Einkommen trägt das Finanzamt also fast die Hälfte des Beitrags. Bei geringem Einkommen ist der Vorteil deutlich kleiner.

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Der Höchstbetrag und die gesetzliche Rente

Der Höchstbetrag von 30.826 € gilt für alle Beiträge zur ersten Schicht zusammen. Angestellte und Pflichtversicherte müssen ihre Beiträge zur gesetzlichen Rente, einschließlich des Arbeitgeberanteils, davon abziehen. Bei 60.000 € rentenversichertem Brutto bleiben noch rund 19.670 € Spielraum für eine Rürup-Rente.

Für Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht steht dagegen der volle Höchstbetrag zur Verfügung. Für sie ist die Rürup-Rente oft der wichtigste Baustein der Altersvorsorge.

Die Kehrseite: Steuern im Alter

Was du heute absetzt, versteuerst du später. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 % der Rente. Dieser Anteil steigt für jeden späteren Rentenjahrgang um einen halben Prozentpunkt, bis er ab 2058 bei 100 % liegt.

Der Vorteil entsteht vor allem, wenn dein Steuersatz im Alter niedriger ist als heute. Das ist bei den meisten Menschen so, weil die Rente niedriger ist als das Einkommen im Berufsleben. Die Steuerersparnis heute solltest du am besten zusätzlich anlegen, dann wirkt sie doppelt.

Die Nachteile

  • Keine Kündigung: Du kommst bis zur Rente nicht an dein Geld, auch nicht in einer Notlage.
  • Keine Kapitalauszahlung: Es gibt nur eine monatliche Rente, keine Einmalzahlung.
  • Eingeschränkt vererbbar: Stirbst du vor der Rente, geht das Guthaben nur an Ehepartner oder Kinder mit Kindergeldanspruch, und auch nur, wenn das vereinbart ist. Sonst verfällt es.
  • Kosten: Klassische Verträge haben oft hohe Abschluss- und Verwaltungskosten. Vergleiche lohnen sich.

Ein Vorteil, der oft übersehen wird: Das Guthaben ist in der Ansparphase bis zu bestimmten Grenzen vor Pfändung geschützt und wird bei Bürgergeld nicht angerechnet. Für Selbstständige ist das ein echter Schutz.

Für wen sich die Rürup-Rente lohnt

  • Selbstständige und Freiberufler ohne Pflicht zur gesetzlichen Rente
  • Gutverdiener mit Grenzsteuersatz um 40 % oder mehr
  • Menschen, die bewusst einen Teil ihres Vermögens unantastbar für das Alter festlegen wollen
  • Ältere Selbstständige, die in wenigen Jahren noch viel steuerbegünstigt anlegen wollen

Weniger geeignet ist sie für Menschen mit niedrigem Einkommen, für alle, die Flexibilität brauchen, und als einzige Vorsorge für junge Angestellte. Dort sind Betriebsrente, Altersvorsorgedepot oder ein ETF-Sparplan oft die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich in die Rürup-Rente einzahlen? +

2026 sind bis zu 30.826 € im Jahr steuerlich absetzbar, bei Verheirateten 61.652 €. Beiträge zur gesetzlichen Rente werden angerechnet.

Kann ich eine Rürup-Rente kündigen? +

Nein. Du kannst die Beiträge aber jederzeit aussetzen oder den Vertrag beitragsfrei stellen. Das angesparte Geld bleibt bis zur Rente im Vertrag.

Ab wann bekomme ich die Rürup-Rente? +

Bei Verträgen ab 2012 frühestens mit 62 Jahren, bei älteren Verträgen ab 60.

Lohnt sich die Rürup-Rente für Angestellte? +

Für Gutverdiener mit hohem Steuersatz kann sie sich lohnen. Für die meisten Angestellten sind Betriebsrente oder Altersvorsorgedepot wegen Zuschuss und Flexibilität attraktiver.

Was passiert mit der Rürup-Rente, wenn ich sterbe? +

Ohne Zusatzvereinbarung verfällt das Guthaben. Mit Hinterbliebenenschutz geht es an Ehepartner oder Kinder, für die Kindergeld gezahlt wird. Andere Erben bekommen nichts.

Altersvorsorge für Selbstständige

Wir rechnen mit dir aus, ob sich die Basisrente für dich lohnt, und vergleichen sie mit anderen Bausteinen deiner Vorsorge.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Einkommensteuergesetz (EStG), § 10 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3, § 22 Nr. 1, Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG), Zivilprozessordnung (ZPO), § 851c.

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