Fast jeder weiß, dass die gesetzliche Rente knapp wird. Wie groß die Lücke bei einem selbst ist, wissen die wenigsten. Dabei lässt sie sich gut abschätzen. Und je früher du sie kennst, desto leichter ist sie zu schließen.
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Warum die gesetzliche Rente nicht reicht
Das Rentenniveau beschreibt, wie hoch die Rente eines Durchschnittsverdieners nach 45 Beitragsjahren im Vergleich zum aktuellen Durchschnittslohn ist. Es liegt derzeit bei etwa 48 %. Das ist ein Wert vor Steuern und vor Kranken- und Pflegeversicherung. Wer weniger als 45 Jahre einzahlt, in Teilzeit arbeitet oder Lücken im Lebenslauf hat, bekommt entsprechend weniger.
Gleichzeitig kommen auf jeden Rentner immer weniger Beitragszahler. Wie sich das Rentenniveau langfristig entwickelt, ist politisch offen. Sicher planen kannst du nur mit dem, was du selbst aufbaust.
Was von der Rente netto übrig bleibt
Von der Bruttorente gehen ab: der halbe allgemeine Beitrag zur Krankenversicherung, der halbe Zusatzbeitrag und der volle Beitrag zur Pflegeversicherung. Zusammen sind das gut 11 %. Dazu kommt die Einkommensteuer. Wer 2026 in Rente geht, muss 84 % seiner Rente versteuern, mit jedem späteren Jahrgang steigt der Anteil weiter.
Als Faustregel bleiben von der Bruttorente etwa 80 bis 85 % übrig, bei höheren Renten weniger.
Selbst ausrechnenRentenlücke-Rechner ÖffnenSo berechnest du deine Rentenlücke
Die Rechnung hat drei Schritte:
- Bedarf: Nimm etwa 80 % deines heutigen Nettos. Die Arbeitswege fallen weg, Gesundheit und Reisen kosten oft mehr.
- Einkünfte: Zieh deine voraussichtliche gesetzliche Rente nach Abzügen ab, dazu Betriebsrenten und andere Renten. Den Wert findest du in deiner Renteninformation.
- Lücke: Was übrig bleibt, musst du selbst ansparen. Rechne in heutiger Kaufkraft, sonst unterschätzt du die Lücke.
Ein Beispiel: Mit 4.000 € brutto und 2.600 € netto liegt dein Bedarf bei etwa 2.080 €. Die gesetzliche Rente bringt netto rund 1.450 €. Es fehlen also etwa 630 € im Monat in heutiger Kaufkraft. Damit du 25 Jahre lang inflationsgeschützt 630 € zusätzlich hast, brauchst du mit 67 ein Kapital von rund 300.000 €, je nach Inflation auch mehr.
Was das für deine Sparrate heißt
Wie viel du dafür monatlich zurücklegen musst, hängt vor allem davon ab, wann du anfängst. Bei 6 % Rendite, 0,5 % Kosten und 2 % Inflation sieht das so aus:
| Dein Alter heute | Kapital nötig mit 67 | Sparrate im Monat |
|---|---|---|
| 25 Jahre | rund 385.000 € | rund 145 € |
| 35 Jahre | rund 316.000 € | rund 250 € |
| 45 Jahre | rund 259.000 € | rund 440 € |
Das Kapital ist bei Jüngeren höher, weil die Inflation länger wirkt. Die Sparrate ist trotzdem viel kleiner, weil der Zinseszins mehr Zeit hat. Zehn Jahre Warten kosten fast eine Verdopplung der Sparrate.
Die drei Schichten der Altersvorsorge
- Basis: gesetzliche Rente, Versorgungswerke und Rürup-Rente. Lebenslang, aber nicht vererbbar und nicht auszahlbar.
- Zusatz: Betriebsrente und ab 2027 das Altersvorsorgedepot. Mit Zuschuss vom Arbeitgeber oder vom Staat, dafür bis zur Rente gebunden.
- Privat: ETF-Sparplan, private Rentenversicherung, Immobilie. Flexibel und vererbbar, ohne Förderung.
Für die meisten ist eine Mischung sinnvoll. Die geförderten Wege nutzt du so weit, wie die Förderung stark wirkt, etwa beim Arbeitgeberzuschuss oder bei der Zulage im Altersvorsorgedepot. Den Rest sparst du flexibel, zum Beispiel in einem breit gestreuten ETF.
Vergiss die Absicherung nicht
Der beste Sparplan hilft nichts, wenn du ihn wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr bezahlen kannst. Eine BU-Versicherung schützt deshalb nicht nur dein Einkommen, sondern auch deine Altersvorsorge. Und für den Fall der Pflege im Alter lohnt ein Blick auf deine Pflegelücke.
Häufige Fragen
Wie hoch ist meine Rentenlücke? +
Nimm etwa 80 % deines heutigen Nettos und zieh deine erwartete Rente nach Abzügen ab. Unser Rechner macht das für dich, in heutiger Kaufkraft und mit der nötigen Sparrate.
Wo finde ich meine voraussichtliche Rente? +
In deiner Renteninformation, die du ab 27 jedes Jahr von der Deutschen Rentenversicherung bekommst. Online findest du die Werte auch in der digitalen Rentenübersicht.
Muss ich auf meine Rente Steuern zahlen? +
Meist ja. Wer 2026 in Rente geht, muss 84 % der Rente versteuern. Ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt von der Höhe aller Einkünfte ab.
Wie viel sollte ich für die Rente sparen? +
Das hängt von deiner Lücke und deinem Alter ab. Als grobe Orientierung gelten 10 bis 15 % des Nettos. Wer früh anfängt, kommt mit weniger aus.
Deine Rentenlücke mit echten Zahlen
Bring deine Renteninformation mit. Wir rechnen deine Lücke genau aus und zeigen dir, wie du Förderung, Arbeitgeberzuschuss und ETF am besten kombinierst.
Kostenloses Gespräch buchenDieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI), Einkommensteuergesetz (EStG), § 22, Deutsche Rentenversicherung.