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Geldanlage

Rendite richtig verstehen: Wie du Geldanlagen fair vergleichst

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit

Renditeangaben klingen oft besser, als sie sind. „100 % Gewinn“ ist beeindruckend nach 7 Jahren und mäßig nach 20 Jahren. Ein Fonds mit 7 % im Jahr kann nach Kosten weniger bringen als einer mit 6 %. Wer die wichtigsten Begriffe kennt, lässt sich nicht von großen Zahlen blenden und kann Angebote selbst einordnen.

Inhalt
  1. Gesamtrendite und Rendite pro Jahr
  2. Die 72er-Regel
  3. Was von der Rendite abgeht
  4. Rendite und Risiko gehören zusammen
  5. Wenn du regelmäßig einzahlst
  6. So vergleichst du Angebote
  7. Häufige Fragen

Gesamtrendite und Rendite pro Jahr

Die Gesamtrendite sagt, um wie viel Prozent eine Anlage über die ganze Zeit gewachsen ist. Aus 10.000 € werden 20.000 €, das sind 100 %. Wie gut das ist, hängt ganz davon ab, wie lange es gedauert hat.

Für einen fairen Vergleich rechnest du die Gesamtrendite auf ein Jahr herunter. Weil sich Gewinne jedes Jahr aufeinander aufbauen, teilst du nicht einfach durch die Zahl der Jahre. Der Renditerechner nutzt dafür die geometrische Durchschnittsrendite.

Aus 10.000 € werden 20.000 € inRendite pro Jahr
7 Jahrenrund 10,4 %
10 Jahrenrund 7,2 %
15 Jahrenrund 4,7 %
20 Jahrenrund 3,5 %

Die 72er-Regel

Eine einfache Faustregel: Teile 72 durch die Rendite pro Jahr, dann weißt du ungefähr, nach wie vielen Jahren sich dein Geld verdoppelt. Bei 6 % sind das 12 Jahre, bei 3 % 24 Jahre, bei 9 % 8 Jahre.

Die Regel funktioniert auch umgekehrt für die Inflation: Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft deines Geldes in etwa 36 Jahren.

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Was von der Rendite abgeht

  • Kosten: Laufende Fondskosten, Depotgebühren, Ausgabeaufschläge und Vertragskosten bei Versicherungen. Sie fallen jedes Jahr an, egal wie die Anlage läuft.
  • Steuern: Auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne fällt Abgeltungsteuer an, nach Abzug des Sparerpauschbetrags.
  • Inflation: Sie mindert die Kaufkraft dessen, was am Ende übrig bleibt.

Ein Beispiel: 7 % Rendite vor Kosten, 1,5 % Kosten, etwa 1 % Steuern und 2 % Inflation ergeben eine reale Rendite von nur noch rund 2,5 %. Mit einer günstigen Anlage für 0,2 % wären es rund 3,8 %. Über 30 Jahre macht das fast die Hälfte mehr an Kaufkraft aus.

Rendite und Risiko gehören zusammen

Höhere Renditen gibt es nur gegen höhere Schwankungen. Tagesgeld schwankt nicht, bringt aber nach Inflation oft wenig. Breit gestreute Aktienindizes haben über lange Zeiträume in der Vergangenheit etwa 6 bis 8 % im Jahr erzielt, sind aber in schlechten Jahren auch um 30 bis 40 % gefallen.

Wer dir hohe Renditen ohne Risiko verspricht, etwa 8 % garantiert im Jahr, verschweigt etwas. Bei solchen Angeboten ist große Vorsicht angebracht.

Wenn du regelmäßig einzahlst

Bei einem Sparplan zahlst du jeden Monat ein. Das frühe Geld war lange angelegt, das späte nur kurz. Deshalb kannst du hier nicht einfach Endwert und Summe der Einzahlungen vergleichen. Ein Beispiel: 100 € im Monat über 20 Jahre ergeben 24.000 € Einzahlung. Ein Endwert von 44.600 € sieht nach rund 86 % Gewinn aus, entspricht aber einer Rendite von etwa 6 % im Jahr vor Kosten.

Für Sparpläne nutzt du deshalb besser den ETF-Sparplan-Rechner, der Monat für Monat rechnet.

So vergleichst du Angebote

  • Frag immer nach der Rendite pro Jahr, nicht nach der Gesamtrendite
  • Lass dir die Rendite nach allen Kosten zeigen
  • Achte darauf, ob vergangene Werte oder Annahmen für die Zukunft gemeint sind
  • Vergleiche mit einem einfachen Maßstab, etwa einem breiten Welt-Index
  • Prüfe, über welchen Zeitraum gerechnet wurde. Wenige gute Jahre sagen wenig aus.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Rendite pro Jahr? +

Teile den Endwert durch den Anfangswert, nimm davon die n-te Wurzel, wobei n die Zahl der Jahre ist, und ziehe 1 ab. Aus 10.000 € werden in 10 Jahren 20.000 €: 2 hoch ein Zehntel minus 1 sind rund 7,2 %.

Was ist eine gute Rendite? +

Das hängt vom Risiko ab. Für sicheres Tagesgeld ist alles über der Inflation gut. Breit gestreute Aktienanlagen haben in der Vergangenheit langfristig etwa 6 bis 8 % im Jahr gebracht, mit großen Schwankungen.

Was ist die reale Rendite? +

Die Rendite nach Abzug der Inflation. Bei 5 % Rendite und 2 % Inflation liegt die reale Rendite bei knapp 3 %. Sie zeigt, wie viel Kaufkraft du wirklich gewinnst.

Warum unterscheidet sich meine Depotrendite von der des Fonds? +

Der Fonds zeigt die Wertentwicklung eines Anteils. Deine Rendite hängt zusätzlich davon ab, wann du wie viel eingezahlt hast, welche Gebühren deine Bank nimmt und welche Steuern abgezogen wurden.

Sind 8 % Rendite im Jahr realistisch? +

Für breit gestreute Aktien als langfristiger Durchschnitt in der Vergangenheit ja, garantiert ist das aber nicht. Wer 8 % ohne Risiko verspricht, ist nicht seriös.

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Wir schauen mit dir, was deine Verträge und Depots nach Kosten wirklich bringen und ob sie zu deinen Zielen passen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), § 63 Abs. 7 (Kostenausweis), Delegierte Verordnung (EU) 2017/565, Art. 50.

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