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Krankentagegeld: Wie groß die Lücke bei langer Krankheit ist und wer eine Absicherung braucht

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit

Wer länger krank ist, bekommt nach sechs Wochen kein Gehalt mehr, sondern Krankengeld. Das ist spürbar weniger als das Netto, die festen Kosten laufen aber weiter. Für Selbstständige und privat Versicherte kann es noch enger werden, weil sie ohne eigene Absicherung oft gar nichts bekommen.

Inhalt
  1. Was bei langer Krankheit passiert
  2. Wie hoch das Krankengeld ist
  3. So groß ist die Lücke
  4. Wer ein Krankentagegeld braucht
  5. Worauf du beim Vertrag achtest
  6. Krankentagegeld und Notgroschen
  7. Häufige Fragen

Was bei langer Krankheit passiert

Bist du als Angestellter krank, zahlt dein Arbeitgeber 6 Wochen lang dein volles Gehalt weiter. Ab dem 43. Tag springt die gesetzliche Krankenkasse mit dem Krankengeld ein. Es gibt Krankengeld für dieselbe Krankheit höchstens 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren, die Zeit der Lohnfortzahlung eingerechnet.

Danach endet die Leistung. Bist du dann noch nicht wieder arbeitsfähig, geht es um eine Erwerbsminderungsrente oder Leistungen der Arbeitsagentur. Hier hilft eine Berufsunfähigkeitsversicherung weiter.

Wie hoch das Krankengeld ist

Das Krankengeld beträgt 70 % deines Bruttos, höchstens aber 90 % deines Nettos. Berücksichtigt wird das Einkommen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat. 2026 gibt es damit höchstens rund 135,63 € Krankengeld am Tag vor Abzügen.

Vom Krankengeld gehen noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab, zusammen etwa 12 bis 13 %. Krankengeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf dein übriges Einkommen.

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So groß ist die Lücke

Beispiele für Angestellte in Steuerklasse 1, gerechnet auf 30 Tage im Monat:

BruttoNettoKrankengeld nach AbzügenLücke im Monat
3.000 €2.050 €rund 1.616 €rund 434 €
4.000 €2.600 €rund 2.050 €rund 550 €
7.000 €4.200 €rund 3.311 €rund 889 €

Bei 7.000 € brutto greift die Beitragsbemessungsgrenze. Je mehr du über ihr verdienst, desto größer wird die Lücke. Ein Krankentagegeld von 30 € am Tag schließt die Lücke von rund 900 € im Monat.

Wer ein Krankentagegeld braucht

  • Privat versicherte Angestellte: Sie bekommen kein Krankengeld von der Krankenkasse. Ohne Krankentagegeld gibt es ab der 7. Woche gar nichts.
  • Selbstständige in der GKV: Krankengeld gibt es nur, wenn du ausdrücklich den Anspruch gewählt hast, sonst nicht.
  • Selbstständige in der PKV: Sie müssen das Krankentagegeld selbst vereinbaren, meist ab einem frei wählbaren Tag.
  • Gutverdienende Angestellte: Über der Beitragsbemessungsgrenze wächst die Lücke mit jedem Euro.
  • Alle mit hohen festen Kosten, etwa durch eine Baufinanzierung.

Beamte brauchen in der Regel kein Krankentagegeld. Ihre Besoldung wird auch bei langer Krankheit weitergezahlt.

Worauf du beim Vertrag achtest

  • Höhe: Das Krankentagegeld darf dein Nettoeinkommen nicht übersteigen. Zusammen mit dem Krankengeld sollte es die Lücke zum Netto schließen.
  • Beginn: Angestellte vereinbaren meist den 43. Tag, Selbstständige je nach Rücklagen den 8., 15., 22. oder 43. Tag. Je später, desto günstiger.
  • Anpassung: Achte darauf, dass du das Tagegeld bei steigendem Einkommen ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen kannst.
  • Übergang zur Berufsunfähigkeit: Viele Verträge enden, wenn eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird. Eine BU-Versicherung sollte deshalb direkt im Anschluss leisten.
  • Gesundheitsfragen: vollständig und ehrlich beantworten.

Krankentagegeld und Notgroschen

Ein Krankentagegeld ab dem 43. Tag ist günstiger als eines ab dem 8. Tag. Die Zeit dazwischen kannst du mit einem Notgroschen überbrücken. Für Selbstständige ist diese Kombination meist die beste Lösung: ein Notgroschen für die ersten Wochen und ein Krankentagegeld für lange Ausfälle.

Häufige Fragen

Wie viel Krankengeld bekomme ich? +

70 % deines Bruttos, höchstens 90 % deines Nettos, abzüglich Sozialabgaben. Bei 4.000 € brutto und 2.600 € netto sind das rund 2.050 € im Monat.

Ab wann gibt es Krankengeld? +

Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit, wenn die 6 Wochen Lohnfortzahlung vorbei sind.

Wie lange gibt es Krankengeld? +

Für dieselbe Krankheit höchstens 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren, einschließlich der 6 Wochen Lohnfortzahlung.

Bekommen Privatversicherte Krankengeld? +

Nein. Privat Versicherte brauchen ein Krankentagegeld in ihrer PKV, sonst bekommen sie ab der 7. Woche nichts.

Was kostet ein Krankentagegeld? +

Das hängt von Alter, Beruf, Höhe und Beginn ab. Ein Tagegeld ab dem 43. Tag ist deutlich günstiger als eines ab dem 8. Tag.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V), §§ 44, 46, 47, 48, Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG), § 3, Versicherungsvertragsgesetz (VVG), § 192 Abs. 5.

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