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Krankenversicherung

GKV oder PKV: Wann sich der Wechsel lohnt und wann nicht

Redaktion Finanzkanzlei FIIM Stand Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit

Die Frage nach GKV oder PKV ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben. Sie lässt sich später nur schwer rückgängig machen. Die private Krankenversicherung kann in jungen Jahren deutlich günstiger sein. Ob sie es über das ganze Leben ist, hängt von deiner Familie, deinem Einkommen und deiner Planung für das Alter ab.

Inhalt
  1. Wer in die PKV wechseln darf
  2. Was die GKV kostet
  3. Was die PKV kostet
  4. Der wichtigste Punkt: deine Familie
  5. Und im Alter?
  6. Kein einfacher Weg zurück
  7. Für wen sich die PKV eher lohnt
  8. Häufige Fragen

Wer in die PKV wechseln darf

Als Angestellter bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, solange dein Bruttoeinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. 2026 sind das 77.400 € im Jahr, also 6.450 € im Monat. Liegst du darüber, darfst du wechseln.

Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind nicht pflichtversichert und können frei wählen. Für Beamte ist die PKV wegen der Beihilfe fast immer die bessere Wahl, mehr dazu in unserem Ratgeber zur PKV für Beamte.

Was die GKV kostet

In der GKV zahlst du einen Prozentsatz deines Einkommens: 14,6 % plus den Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Schnitt 2,9 %, dazu 3,6 % für die Pflegeversicherung. Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 % mehr. Als Angestellter trägt dein Arbeitgeber etwa die Hälfte.

Der Beitrag ist nach oben begrenzt. 2026 wird höchstens ein Einkommen von 5.812,50 € im Monat berücksichtigt. Als kinderloser Angestellter zahlst du damit höchstens rund 650 € im Monat selbst, dein Arbeitgeber noch einmal gut 610 €.

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Was die PKV kostet

In der PKV richtet sich der Beitrag nach deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang. Dein Einkommen spielt keine Rolle. Für einen gesunden 32-Jährigen liegen gute Tarife oft bei 450 bis 650 € im Monat. Als Angestellter zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte, höchstens so viel wie in der GKV.

Ein Teil des Beitrags fließt in Altersrückstellungen. Dazu kommt bis 60 ein gesetzlicher Zuschlag von 10 %, der die Beiträge im Alter dämpft. Trotzdem steigen die Beiträge mit den Gesundheitskosten, oft in Sprüngen.

Der wichtigste Punkt: deine Familie

In der GKV sind Kinder und ein Partner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert. In der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag. Was für einen Single günstig ist, kann für eine Familie teuer werden.

Beispiel, 32 Jahre, 7.000 € bruttoGKV, dein AnteilPKV, dein Anteil
Single, keine Kinderrund 650 €rund 265 €
Partner ohne Einkommen, zwei Kinderrund 600 €rund 750 €

Die PKV-Werte sind Richtwerte aus unserem Rechner nach Abzug des Arbeitgeberzuschusses. Echte Tarife können deutlich abweichen. Ist dein Partner gesetzlich versichert, dürfen gemeinsame Kinder nicht beitragsfrei in die GKV, wenn du privat versichert bist, mehr verdienst als dein Partner und über der Versicherungspflichtgrenze liegst.

Und im Alter?

Als Rentner in der GKV zahlst du Beiträge auf deine gesetzliche Rente und auf Betriebsrenten. Bist du dann nur freiwillig versichert, kommen auch Mieten und Kapitalerträge dazu. Für die günstige Krankenversicherung der Rentner musst du in der zweiten Hälfte deines Berufslebens zu 90 % gesetzlich versichert gewesen sein.

In der PKV zahlst du im Alter weiter deinen Tarifbeitrag. Die Rentenversicherung zahlt einen Zuschuss, der aber deutlich geringer ist als der heutige Arbeitgeberanteil. Sinnvoll ist deshalb ein Beitragsentlastungstarif: Du zahlst heute etwas mehr, oft mit Zuschuss des Arbeitgebers, und senkst so den Beitrag ab 67.

Kein einfacher Weg zurück

Als Angestellter unter 55 kommst du zurück in die GKV, wenn dein Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Ab 55 ist der Weg zurück in den meisten Fällen verschlossen. Deshalb solltest du einen Wechsel nicht nur am heutigen Beitrag festmachen.

Für wen sich die PKV eher lohnt

  • Beamte, wegen der Beihilfe
  • Gutverdiener ohne Kinderwunsch oder mit gut verdienendem, gesetzlich versichertem Partner
  • Selbstständige mit hohem und stabilem Einkommen
  • Menschen, die Wert auf Chefarzt, Einbettzimmer und schnellere Termine legen

Eher in der GKV bleiben solltest du, wenn du eine große Familie planst, dein Einkommen schwankt oder du Vorerkrankungen hast, die zu hohen Zuschlägen führen.

Häufige Fragen

Ab welchem Einkommen darf ich in die PKV? +

Als Angestellter ab einem Jahresbrutto über der Versicherungspflichtgrenze. 2026 liegt sie bei 77.400 €.

Wird die PKV im Alter unbezahlbar? +

Nicht zwangsläufig. Altersrückstellungen, der gesetzliche Zuschlag und ein Beitragsentlastungstarif dämpfen die Beiträge. Wichtig ist, dass du für das Alter vorsorgst und einen soliden Versicherer wählst.

Kann ich zurück in die GKV? +

Unter 55 ja, wenn du als Angestellter wieder unter die Versicherungspflichtgrenze fällst. Ab 55 ist eine Rückkehr in den meisten Fällen nicht mehr möglich.

Wie sind meine Kinder versichert, wenn ich privat bin? +

Ist dein Partner gesetzlich versichert und verdienst du weniger als er, können die Kinder beitragsfrei in die GKV. Sonst müssen sie privat versichert werden.

GKV oder PKV: Entscheidung mit Weitblick

Wir rechnen mit dir beide Wege bis ins Alter durch, mit deiner Familienplanung und echten Tarifen. Erst dann solltest du entscheiden.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gesetzliche Regeln können sich ändern. Quellen: Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V), Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026, Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG).

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